der Lebenslauf

Markus erblickte am 14. September 1967 im Spital Wattwil das Licht der Welt. Zusammen mit vier Schwestern erlebte er eine glückliche Kindheit in Bütschwil. Gerne spielte er mit den Geschwistern und Nachbarskindern, oftmals draussen. Er konnte sich aber auch gut selber beschäftigen.

Schon früh faszinierten ihn Eisenbahnen und alles, was Räder besass. So wünschte er sich als kleiner Bub sehnlichst eine Eisenbahn. Gotte, Götti und die Eltern verhalfen ihm allmählich zu einem Schienenkreis, einer Loki und drei Wägeli. Nie war es eine Frage, was das Christkind bescheren sollte. Auch die Geburtstage boten Gelegenheit, die Eisenbahn zu vergrössern. Sein Interesse an den Eisenbahnen wuchs immer stärker.

Als er aus der Schule kam, war es für ihn klar: „Ich möchte Lokomotivführer werden!“ Der Weg dorthin erforderte zuerst eine andere berufliche Ausbildung und Markus entschied sich, Elektriker zu werden.

Nach der Lehre absolvierte er die RS. Wie üblich, wurde er als Elektriker zu den Übermittlungstruppen eingeteilt. Doch er musste nur einen einzigen WK absolvieren, denn sein Lebenstraum erfüllte sich: Er erhielt einen Ausbildungsplatz zum Lokomotivführer bei der Bodensee-Toggenburgbahn. Anfänglich arbeitete er für einige Monate in der Werkstatt, bevor der eigentliche Fahrdienst begann. Über zwanzig Jahre lang war Markus leidenschaftlicher Lokomotivführer und wusste viele lustige, aber auch nachdenklich stimmende Erlebnisse von seiner Arbeit zu erzählen.

Auch in der Freizeit beschäftigte er sich gerne mit Eisenbahnen. Er reiste durch die ganze Schweiz und fotografierte Zugskompositionen. Er begann seine Fotos und literarisches Material zu archivieren. Zudem kaufte er Modelle. Es entstand eine umfangreiche Sammlung über die Schweizer Eisenbahnen.

Anfangs der Neunziger Jahre stiess Markus zum Gospelchor Gossau. Markus schätzte die Gemeinschaft und nahm so oft es ihm sein Dienstplan erlaubte, an den Proben und den vielen Auftritten im In- und Ausland teil. Im Laufe der Zeit erfasste Markus immer tiefer die einmalige Liebe Gottes zu ihm und jedem Menschen, die durch Jesus sichtbar wurde. So schätzte es Markus sehr, singend die Botschaft des Evangeliums zu vermitteln.

Markus machte kein grosses Aufheben um seinen Glauben, der ihm jedoch stets viel bedeutete und sein Leben prägte. Er bereicherte viele Mitmenschen durch seine Herzlichkeit, sein ruhiges, freundliches Wesen, mit seinem Schalk, seiner Einfühlsamkeit und Hilfsbereitschaft.

Als lediger Lokführer übernahm Markus an Feiertagen oft unbeliebte Fahrdienste, um den zahlreichen Familienvätern Zeit mit ihren Familien zu ermöglichen. Bei seiner Dienstfahrt am Heiligen Abend 2007 lernte er auf wundersame Weise seine Heidi kennen. Zehn Monate später heirateten die Beiden. Es war ein unvergesslich schöner Tag mit einer Zugfahrt ins Toggenburg mit dem bunten Zug mit zwei Be 4/4, der oben auf der Webseite abgebildet ist.

Im Februar 2012 wurde nach monatelangem Husten bei Markus leider Pleuramesotheliom (Lungenfellkrebs) diagnostiziert, der durch die Arbeit mit Asbest viele Jahre zuvor ausgelöst wurde. Für alle war diese Diagnose ein grosser Schock. Ein zäher und intensiver Kampf gegen die Krankheit begann.

Markus stellte sich mit beeindruckendem Optimismus und viel Zuversicht allen Herausforderungen der langwierigen Therapien und schmerzhaften Behandlungen. Immer wieder gab es Zeiten, in denen sich der Gesundheitszustand stabilisierte. Soweit es die Kräfte von Markus zuliessen, haben er und Heidi diese Zeiten genutzt, um sich an schönen Orten von den Strapazen zu erholen.  

Nach einem weiteren geplanten Eingriff am Montag 27.Oktober 2014, der nochmals etwas Erleichterung hätte bringen sollen, waren die Strapazen für den Körper jedoch zu gross und die Zeit war für Markus gekommen, zu seinem himmlischen Vater nach Hause zu gehen. So darf er nun jetzt erleben, was er geglaubt hat:
Gott nahe zu sein, ist mein Glück. Ps 73,28

Lebenslauf verfasst für die Abschiedsfeier am 3.11.2014  von Heidi Scherrer, Rahel W. und B. Scherrer